1912 und der 1. Weltkrieg:
Nach der allgemeinen großen Gründungswelle von katholischen Verbindungen
1908, entstand 1912 in St.Paul im Lavanttal die K.d.St.V Austria St. Paul. Die Verbindung, wurde wie zu dieser Zeit üblich als deutsche
Studentenverbindung gegründet. Allerdings darf man deutsch nicht im Sinne vom
heutigen Deutschland verstehen, sondern mit dem damaligen deutschen
Kultur-Begriff der auch das heutige Österreich umfasst.
Die Austria St. Paul wurde mit den Farben schwarz-weiß-gold gegründet. St.
Paul bot sich als günstiger Standpunkt, da es schon damals das Stift
mit seiner Klosterschule gab.
Die Austria St. Paul hatte sich gerade richtig gefestigt als der 1.
Weltkrieg ausbrach. Wie auch andere Studenten kämpften die Burschen der Austria
an vorderster Front für ihr Vaterland.
Als nun 1918 feststand, dass alle Bundesbrüder im Kampf für unser Vaterland
ihr Leben gelassen hatten, wurde die K.d.St.V Austria St. Paul sistiert. Von nun
an lebte sie nur mehr in den Chroniken des Kärtner-Landesverbandes weiter.
2003 und die Reaktivierung:
Die K.d.St.V Austria St. Paul blieb über fast hundert Jahre lang nur ein
Stück Geschichte. Doch im Jahre 2003 fanden sich drei Burschen, die den Willen
und den Ergeiz hatten die Verbindung zu reaktivieren. Es waren dies
Peter Pilz v/o Pescara, Bursch der K.Ö.St.V Sponheim Wolfsberg im MKV;
Thomas Kostmann v/o Ixon, Bursch der K.Ö.St.V Paulinia St. Paul im
MKV und der K.Ö.St.V Sponheim Wolfsberg im MKV und Christoph Zechner v/o
Mercutio, Bursch der K.Ö.St.V Liechtenstein Judenburg im MKV und der
K.Ö.St.V Sponheim Wolfsberg im MKV.
Der Weg der Reaktivierung war alles andere als leicht da die K.Ö.St.V
Sponheim Wolfsberg, der alle drei Gründungsburschen angehörten, sich mit aller
Kraft dagegen wehrte. Nicht genug dass sie es ablehnte als Mutterverbindung zu
agieren, beschloss die SOW! am nächsten Convent auch alle drei Gründer der AtW!
sofort zu entlassen. Einzig die K.Ö.St.V Liechtenstein Judenburg stand weiterhin
zu ihrem Burschen.
Somit wurde die K.d.St.V Austria St. Paul als K.Ö.St.V Austria St.Paul zu
Wolfsberg reaktiviert. Alles was an Informationen und Material aus den Jahren 1912-1918 auffindbar
war wurde für die Reaktivierung verwendet um die Tradition der Verbindung
fortzusetzen.
Der Weg gestaltete sich sehr mühsam, da keinerlei Unterstützung zu erwarten war. Nach einigen Gesprächen fanden sich in Graz zwei Verbindungen die der Austria unter die Arme griffen. Dies waren die K.Ö.L Ferdinandea Graz und die K.Ö.M.L Staufia Graz. Unter deren Mithilfe wurde die K.Ö.St.V Austria St.Paul zu Wolfsberg im Jahre 2004 in die K.Ö.M.L Austria-Wolfsberg umstrukturiert und es wurden gegenseitig Freundschaftsbänder getauscht. Auch wurden einige Burschen der AtW! bei der K.Ö.L Ferdinandea und der K.Ö.M.L Staufia Graz als Aktive aufgenommen. Noch im selben Jahr gelang es der AtW! mit drei weiteren Mittelschul-Landsmannschaften einen eigenen Dachverband, den Senioren-Convent-Pennaler-Landsmannschaften (SCPL) zu gründen. Gleich nach dem ersten Jahr übernahm die Austria die Rolle der vorsitzenden Verbindung und ging dem SCPL einige Semester voran. Auch unsere Burschen engagierten sich sofort als Verbandschargen.
Als sich 2005 ein schweres Schicksal einen der Gründungsburschen ereilte, brach der Auftrieb der AtW! plötzlich ab. Dazu kam noch, dass viele Burschen nach Graz und Wien gingen um sich auf den Universitäten einzuschreiben. Die AtW! konnte zwar trotzdem am Leben gehalten werden, allerdings handelte es sich um einen kleinen Kreis der treu zur Austria stand. Der Weg zu den Universitäten brachte auch mit sich, dass die Burschen der AtW! sich in ihren Hochschulorten nach Hoschschul-Verbindungen umsahen. Fast alle von ihnen fanden den Weg zum ÖCV, der allen ganz andere Welten aufzeigte. Es entstand daher zunehmend der Wunsch sich vom Landsmannschaftlichen-Gedanken zu entfernen und die AtW! inhaltlich an eine CV bzw. MKV Verbindung anzunähern. Auf Grund dessen wurde im Juni 2008 einstimmig der Austritt aus dem SCPL beschlossen und die Statuten geändert. Nur die Bezeichnung katholisch österreichische Mittelschul-Landsmannschaft ist als Erinnerung an unsere Geschichte geblieben. Die AtW! distanziert sich allerdings vom monarchistischem Gedankengut.
Die ganze Entwicklung erzürnte einige Bundesbrüder aus Graz so, dass sie ihre Bänder zerschnitten und einen persönlichen "Rachefeldzug" gegen die Verbindung starteten. Dem Vorstand blieb nichts anderes übrig als diese Mitglieder endgültig aus unserer Verbindung zu verbannen und den weiteren Weg ohne sie zu gehen. Die Freundschaftsabkommen zur K.Ö.L Ferdinandea Graz und zur K.Ö.M.L Staufia Graz wurden gekündigt und man stand wieder alleine da. Vorerst dachte man dass nun wieder eine schwere Zeit anbrechen würde. Allerdings hatte der Rauswurf spezieller Bundesbrüder gerade das Gegenteil gebracht. Die AtW! gewann immer mehr an Zuspruch und die Mitgliederzahlen stiegen weiter an.
Im Sommer 2010 wurde die K.Ö.M.L Austria-Wolfsberg in die Steiermark verlegt. Mit Hilfe des Steirischen Mittelschulverbandes (STMV) war es möglich dort Fuß zu fassen und den Antrag auf Aufnahme in den MKV zu stellen. Von nun an wurde die Verbindung als K.Ö.M.L Austria - Rein (AUR) weitergeführt. Rein ist mit seiner Nähe zu Graz und dem dort vorhandenen Zisterziensierkloster ein idealer Standort für eine katholische Mittelschulverbindung.
Die K.Ö.M.L Austria - Rein wurde mit dem Beschluss des Kartellrates vom 07. November 2010 als Probemitglied in den Mittelschüler-Kartell-Verband aufgenommen.
(c) KÖML Austria Rein 2011